Protest mit Nebenwirkungen: Anmerkungen zum Artikel der Heilbronner Stimme
Protest mit Nebenwirkungen: Anmerkungen zum Artikel der Heilbronner Stimme

Reto Bosch hat heute (09.11.2018) in der Heilbronner Stimme einen Artikel „Protest mit Nebenwirkungen“ veröffentlicht zur Veranstaltung der AfD in Möckmühl mit André Poggenburg. Dazu einige Anmerkungen und Ergänzungen.

Protest mit Nebenwirkungen: Anmerkungen zum Artikel der Heilbronner Stimme



Freitag, 9. November 2018

Zum Artikel "Protest mit Nebenwirkungen" von Reto Bosch in der Externer Link Heilbronner Stimme vom 09.11.2018 über unsere Veranstaltung in Möckmühl mit André Poggenburg:



Reto Bosch schreibt über André Poggenburg:

Aber auch Gegendemonstranten nahm er ins Visier. Er sprach von Linksradikalen und einem "peinlichen Brüllaffenkonzert".


Hier werden verschiedene Teile der Rede vermischt. Sie können sich die Rede von Herrn Poggenburg selbst anschauen:
- Externer Link bei Facebook (auch ohne Anmeldung)
- Externer Link bei YouTube


Reto Bosch ergänzt:

Für Andreas Mekelburger typische Hetze, die am Ende zu Gewalt führen könne.


Weil Herr Poggenburg von einem "Brüllaffenkonzert" spricht, führt das zu Gewalt? Gegen wen? Wie viele Opfer von "Rechten" gab es denn in Möckmühl? Oder führt die Kommentierung von normalerweise brüllenden Demonstranten zu Gewalt gegen Flüchtlinge, an der regelmäßig ebenfalls die AfD Schuld sein soll?

Hier wird die Realität wieder völlig verdreht. Während die AfD im Zuge dieser Veranstaltung Opfer von inzwischen über 10 Straftaten (hauptsächlich Sachbeschädigungen) wurde, gibt es kein einziges Opfer bei den Demonstranten. Die Presse müsste also fragen, ob die Aufrufe der Demonstranten nicht zu den Straftaten gegen uns geführt haben!


Reto Bosch zitiert Carola Wolle:

Wie steht die regionale AfD zum "Brüllaffen"-Zitat Poggenburgs? Carola Wolle (AfD) erklärte der Stimme gegenüber...


Hier verkürzt die Heilbronner Stimme die Antwort von Carola Wolle auf deren ersten Satz. Komplett schrieb die AfD-Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Neckarsulm zu dem Zitat der Heilbronner Stimme:

Die Möckmühler Demonstranten waren eine willkommene Abwechslung von den üblichen "peinlichen Brüllaffen". Normalerweise haben wir, als Partei generell und bei unseren Veranstaltungen in Heilbronn ebenfalls, es in der Tat vorwiegend mit Demonstranten zu tun, die peinlichen Unsinn „brüllen“. Ich denke da nur an die Demonstranten gegen unsere Veranstaltung mit Frau Dr. Weidel dieses Jahr.


Dann unterstellt uns Reto Bosch etwas, was zuvor seine Zeitung selbst geschrieben hat:

Überrascht waren die Organisatoren von den Reaktionen aus dem rechten Lager. Regine Böhm zum Beispiel hatte sich im Möckmühler Gemeinderat gegen die Veranstaltung positioniert. Das brachte ihr eine lange Erwiderung des AfD-Kreisvorsitzenden Dr. Rainer Podeswa ein. Er warf ihr im Internet vor, eine "Hetzrede gegen die AfD" gehalten zu haben, die vor Verdrehungen und Halbwahrheiten nur so gestrotzt habe. Er suggerierte zudem, sie habe unrechtmäßig Schüler beeinflusst.


Wenn es die Grüne Gemeinderätin Böhm wirklich überrascht hat, dass wir ihre Verdrehungen und Fake News nicht einfach so stehen lassen, dann ist das ihre Sache. Die Erwiderung von Dr. Rainer Podeswa finden Sie hier.

Dass Schüler beeinflusst wurden mussten wir nicht "suggerieren", sondern hat sogar die Heilbronner Stimme vorher selbst geschrieben! So schrieb die Zeitung am 17.10.2018: "In Möckmühl haben Regine Böhm und Frank Herzberg gemeinsam mit rund einem Dutzend Mitstreitern ein Flugblatt mit Unterschriftenliste entworfen und in Praxen, Schulen oder Geschäften ausgelegt".


Weiter im Stimme-Artikel:

Herzberg berichtet von persönlichen Diffamierungen. Dabei habe er nur die Veranstaltung, aber nie Menschen kritisiert.


Dazu hatte Redakteur Reto Bosch unserer Landtagsabgeordneten, Frau Carola Wolle, eine Anfrage geschickt. Er fragte Frau Wolle: "Organisatoren der Demonstration mussten Anfeindungen hinnehmen. Was sagen Sie dazu?", worauf die Landtagsabgeordnete ihm antwortete:

Organisatoren der AfD mussten Anfeindungen hinnehmen. Herr Poggenburg musste Anfeindungen hinnehmen. Der Ortsverband musste Anfeindungen hinnehmen. Der Kreisverband musste Anfeindungen hinnehmen. Genauer gesagt mussten wir, wie leider meistens, Straftaten hinnehmen. Auch heute gab es wieder eine Sachbeschädigung an unserem Heilbronner Büro. Selbst Gastwirte müssen Anfeindungen hinnehmen, nur weil wir bei ihnen essen. Was sagen Sie dazu? Was sagen die Demo-Organisatoren dazu? Wollen Sie ernsthaft "Anfeindungen" der Demonstranten thematisieren, während wir mit ständigen Straftaten gegen uns konfrontiert sind?


Im Kasten "Landtagsabgeordneter Poggenburg" schreibt Reto Bosch:

Nach seiner Aschermittwochsrede, in der er unter anderem Türken als "Kümmelhändler" und "Kameltreiber" beschimpft hatte, musste er auf innerparteilichen Druck dieses Amt aufgeben. Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen Poggenburg wurden allerdings eingestellt. Die Staatsanwaltschaft Dresden war der Ansicht, dass Poggenburg zwar Mitglieder der türkischen Gemeinde in polemischer Weise beschimpft, aber nicht zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen aufgerufen habe.


Hier verbreitet die Stimme erneut die beliebte Halbwahrheit zu Herrn Poggenburgs Rede. Er beleidigte nicht "Türken", sondern reagierte mit seiner Rede auf Beleidigungen der "Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V". Deren Bundesvorsitzender hatte zuvor Deutsche beleidigt, worauf Herr Poggenburg in seiner Rede mit einer übertriebenen Wortwahl einging.


In seinem Kommentar schreibt Reto Bosch:

Die AfD definiert den Begiff Hetzer im Übrigen konsequent um. Sie heftet dieses Etikett inflationär vielen Bürgern an, die es wagen, der AfD kritisch zu begegnen.


Die Linken und die Presse verwenden inflationäre Beleidigungen gegen uns. Jeder, der Kritik an Misständen der Altparteien äußert, wird zum "Nazi". Jeder, der Fehler anprangert, ist deshalb ein "Hetzer".

Umgedreht dürfen wir Menschen, die Fake News über uns verbreiten und Zitate verdrehen oder den Zusammenhang weglassen, aber nicht als "Hetzer" bezeichnen? Was machen sie denn sonst, wenn nicht mit Halbwahrheiten gegen uns zu hetzen?


Weiter schreibt er im Kommentar:

Dass die Heilbronner AfD mit André Poggenburg ausgerechnet einen Mann vom rechten Rand der Partei hofiert und nach Möckmühl bittet, ist wohl kein Zufall, sondern gibt vermutlich Aufschluss darüber, wo die AfD-Landtagsabgeordneten der Region, Carola Wolle, Dr. Rainer Podeswa und Thomas Palka, politisch zu verorten sind."


Dazu halten wir fest:

1. Nicht wir haben Herrn Poggenburg eingeladen, sondern dieser fragte den Ortsverband "Unteres Jagsttal", ob er sich der Veranstaltung mit Markus Frohnmaier anschließen kann. Für Herrn Frohnmaier war ursprünglich nur das Foyer der Stadthalle Möckmühl reserviert worden und die Veranstaltung wurde dann vergrößert, als sich Herr Poggenburg anschloss.

2. Herr Poggenburg hat konsequent die Verantwortung für seine falsche Wortwahl bei der Aschermittwochsrede übernommen und ist dafür als Landesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender zurückgetreten.

3. Herr Poggenburg hat sich vom rechten Flügel verabschiedet, nachdem er versuchte dessen weiteres Verrücken nach rechts aufzuhalten. Will man ihm das vorwerfen? Ist es nicht genau das, was man von AfD-Mitgliedern verlangt?

4. Fast alle Gäste der letzten Monate im Gebiet des Kreisverbandes Heilbronn kamen vom "liberalen" Teil der Partei. Beispielsweise am 02.10.2018 Dr. Dirk Spaniel und Markus Frohmaier, am 27.09.2018 Malte Kaufmann, am 17.09.2018 die Landesgruppe der Bundestagsfraktion mit Jürgen Braun, Marc Bernhardt und Martin Hess oder am 20.07.2018 die Fraktionsvorsitzende Dr. Alice Weidel.

Der Summe nach müsste man uns somit in der Partei "links" verorten. Doch der Kreisverband Heilbronn (und über den entscheiden nicht die Landtagsabgeordneten, wie es Herr Bosch darstellt, sondern ein Kreisvorstand mit 15 Personen, davon sind nur zwei Landtagsabgeordnete) legt schlichtweg Wert auf die grundsätzliche Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt, weshalb wir nicht einseitig nur einer Ausrichtung der Partei das Wort zugestehen wollen. Gerade die, über die am meisten medial diskutiert wird, sollten von unseren Mitgliedern persönlich befragt und mit Fragen kritisch gestellt werden können - also warum nicht einladen?

Wir sind nicht die SPD mit ihrem Schulz-Hype oder die CDU mit ihrem Merkelkult. Bei uns werden Redner nicht verehrt, sondern unsere Mitglieder und Anhänger hinterfragen kritisch. Auch die eigene Partei. Die Abwahl von Bundesvorsitzenden in unserer Partei hat deutlich gezeigt, dass wir niemanden für unersetzbar halten oder verehren, sondern Politik für die Basis verlangen.  Wir haben daher Gäste aus allen "Ausrichtungen" der Partei in Heilbronn und werden dies auch weiter so handhaben.

Den Stuttgarter Aufruf haben unsere Abgeordneten unterzeichnet, weil es aktuell teilweise zu fragwürdigen Anwendungen von Parteiausschlussverfahren kommt. Externer Link Beispielsweise wegen Fotos, die in fremden Wohnungen vor über zehn Jahren entstanden. Kontrollieren Sie bei Fotos von sich immer, was im Hintergrund alles zu sehen ist und ob sich dort beispielsweise eine Flasche mit zweifelhaftem Etikett befindet? Der Stuttgarter Aufruf besagt jedoch nicht, dass generell keine Parteiausschlussverfahren und Ordnungsmaßnahmen notwendig sind. Sehr wohl gibt es begründete Fälle, in denen Personen aus der Partei ausgeschlossen werden müssen und es auch werden.


"Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört."
Hanns Joachim Friedrichs (1927 - 1995)


Wir bedanken uns bei Herrn Bosch, dass er unsere Abgeordnete zumindest zu einem Teil seines Artikels vorab gefragt und um deren Sichtweise gebeten hat. Trotzdem müssen wir feststellen, dass die Heilbronner Stimme auch weiterhin nicht versucht neutralen Journalismus zu bieten, sondern sich mit den Linken gemein macht. Reto Boschs Kommentar zeigt dies deutlich, ebenso wie schon der Titel des Artikels sich nur um die Frage dreht, ob die Demonstranten eine "positive Bilanz" ziehen und nicht, ob die AfD für ihre Veranstaltung eine positive Bilanz zieht.



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Carola Wolle, MdL ist nicht Herausgeber dieser Meldung. Sie wird gezeigt, weil sie Relevanz für den Wahlkreis von Carola Wolle, MdL hat.